BFKDO Amstetten

Abschnittsfeuerwehrkommandant Stefan Schaub und sein Stellvertreter Christoph Stockinger mit Rauchmeldern, die Leben retten.

Der tödliche Wohnungsbrand in Amstetten, bei dem in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Mann in Amstetten ums Leben kam, macht auf tragische Weise deutlich, wie wichtig vorbeugender Brandschutz in Wohnungen und Häusern ist.

Amstettens Abschnittsfeuerwehrkommandant Stefan Schaub, der auch Experte für Vorbeugenden Brandschutz ist, gibt wichtige Tipps:

 
Die größte Gefahr ist nicht das Feuer
 
Viele Menschen glauben, dass bei einem Brand die Flammen die größte Bedrohung darstellen. Tatsächlich sterben die meisten Brandopfer jedoch an den Folgen von Rauchgasen. Bereits wenige Atemzüge können zu Bewusstlosigkeit führen. Besonders gefährlich sind Brände in der Nacht, da der Geruchssinn während des Schlafs nicht aktiv ist. Wer schläft, bemerkt Rauch oft nicht rechtzeitig.
Genau hier kommen Rauchmelder ins Spiel. Sie erkennen Brandrauch bereits in der Entstehungsphase und warnen durch einen lauten Alarmton. Dadurch gewinnen Bewohner wertvolle Zeit, um die Wohnung zu verlassen und die Feuerwehr zu alarmieren.
 
Rauchmelder: Kleine Geräte mit großer Wirkung
 
Moderne Rauchmelder sind kostengünstig, einfach zu montieren und benötigen nur wenig Wartung. Empfohlen wird die Installation zumindest in Schlafräumen, Kinderzimmern, Fluren und allen Bereichen, die als Fluchtweg dienen.
Experten empfehlen:
  • Rauchmelder regelmäßig auf Funktion prüfen
  • Batterien rechtzeitig wechseln beziehungsweise Langzeitbatterien verwenden
  • Geräte nach den Herstellerangaben austauschen
  • Die Alarmtöne mit allen Familienmitgliedern besprechen
Studien und Erfahrungen von Feuerwehren weltweit zeigen, dass funktionierende Rauchmelder das Risiko, bei einem Wohnungsbrand ums Leben zu kommen, erheblich reduzieren.
 
Unsichtbare Gefahr: Kohlenmonoxid
 
Neben Bränden stellt Kohlenmonoxid (CO) eine weitere oft unterschätzte Gefahr dar. Das farb- und geruchlose Gas entsteht bei unvollständigen Verbrennungen, beispielsweise durch defekte Heizungen, Öfen, Kamine oder Gasthermen.
 
Da Kohlenmonoxid weder gesehen noch gerochen werden kann, bemerken Betroffene eine Vergiftung häufig zu spät. Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit werden oftmals falsch gedeutet. Höhere Konzentrationen können innerhalb kurzer Zeit zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen.
CO-Melder überwachen die Raumluft und schlagen Alarm, bevor gefährliche Konzentrationen erreicht werden. Besonders empfehlenswert sind sie in Wohnungen und Häusern mit:
  • Gasthermen
  • Holz- oder Pelletsöfen
  • Kaminen
  • Öl- oder Gasheizungen
Löschdecke und Feuerlöscher: Hilfe für die ersten Sekunden
Nicht jeder Entstehungsbrand entwickelt sich sofort zu einem Großbrand. Oft können kleine Brände bereits in der Anfangsphase bekämpft werden – allerdings nur dann, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist.
Eine Löschdecke eignet sich besonders für:
  • brennendes Speiseöl oder Fett in der Küche
  • kleinere Brände auf Herd oder Arbeitsfläche
  • brennende Kleidung von Personen
Ebenso sollte in jedem Haushalt zumindest ein geeigneter Feuerlöscher vorhanden sein. Empfehlenswert sind moderne Schaumlöscher, da sie für die meisten Brände im Wohnbereich geeignet sind und im Gegensatz zu Pulverlöschern weniger Folgeschäden verursachen.
Wichtig ist jedoch: Sobald sich ein Brand ausbreitet oder Rauch die Fluchtwege beeinträchtigt, hat die eigene Sicherheit oberste Priorität. Wohnung verlassen, Türen schließen, Notruf 122 wählen und die Feuerwehr alarmieren.
 
Vorbeugen statt bereuen
 
Brände entstehen oft schneller als gedacht – durch vergessene Kerzen, technische Defekte, überlastete Steckdosen oder Unachtsamkeit beim Kochen. Mit vergleichsweise geringem Aufwand lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren.
 
Rauchmelder, Kohlenmonoxid-Melder, eine Löschdecke und ein geeigneter Feuerlöscher gehören heute zur Grundausstattung eines sicheren Haushalts. Sie ersetzen zwar nicht die Feuerwehr, können aber entscheidende Minuten verschaffen und damit Leben retten.
 

Brandschutz wird nicht erst dann wichtig, wenn es brennt. Er beginnt lange davor – mit einfachen Maßnahmen, die im Ernstfall den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen können.