Abgängige Person in Kematen nach Suchaktion tot geborgen


Eine Frau wurde am Freitag, 3.12.2021 in Kematen an der Ybbs als abgängig gemeldet. Sofort wurde eine große Suchaktion gestartet. Da sie bis Sonntag noch nicht wieder aufgetaucht war, wurde die Tauchgruppe West des NÖ Landesfeuerwehrverbandes zur Unterstützung angefordert.

Die Lagebesprechung für den Einsatz in der Ybbs wurde durch Friedrich Brandstetter, Kommandant des Sonderdienstes Tauchdienst, gemeinsam mit dem Gruppenkommandant-Stellvertreter Markus Blochberger und Christian Werner von der Feuerwehr-Tauchgruppe West, dem von der Wasserrettungsortsgruppe Waidhofen an der Ybbs vor Ort Verantwortlichen Martin Lagler sowie der Polizei und der örtlich zuständigen Feuerwehr Kematen an der Ybbs durchgeführt. „Aufgrund der vorherrschenden Strömungs- und Sichtverhältnisse wurde gemeinsam beschlossen, die bereits zwei Tage andauernde Suche mit unseren Feuerwehrtauchern fortzusetzen, woraufhin wir über die Landeswarnzentrale die Taucher alarmierten", so Brandstetter.

Der Tauchdiensteinsatzleiter der Feuerwehr stellte drei Tauchtrupps zu je zwei Tauchern zur Suche zusammen. „Die Trupps erhielten den Auftrag, die Ybbs ab der Ybbsbrücke der B121 flussabwärts abzusuchen. Die Trupps haben sich dabei über die gesamte Breite der Ybbs aufgeteilt", erklärte Brandstetter den Auftrag der Taucher. „Die Strömung und auch die schlechte Sicht sind bei solchen Einsätzen besonders fordernd", weiß Brandstetter, der selbst seit 40 Jahren Feuerwehrtaucher in Niederösterreich ist. Aber auch der Einstieg in die Ybbs musste zunächst vorbereitet werden: „Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kematen an der Ybbs haben uns dabei großartig unterstützt! Sie haben mit Steckleitern einen sicheren Zugang von einer Plattform eines Gewerbebetriebs zum Uferbereich hergestellt."

Gute Zusammenarbeit

Auch mit der Wasserrettung hat die Zusammenarbeit bestens funktioniert: „Die Ortsgruppe Waidhofen an der Ybbs stellte ein Flachwasserboot mit zwei Mitgliedern zur Verfügung. Durch diese Unterstützung konnten wir unseren Sicherungstauchtrupp direkt und schnell verfügbar bereithalten. Auch der Tauchdiensteinsatzleiter konnte von diesem Boot aus, den Einsatz optimal überwachen und steuern", erklärt Brandstetter.

Nach intensiver Suche bei Sichtweiten von maximal 50 cm und Wassertiefen von bis zu 3 Metern konnte die vermisste Person ca. 110 m flussabwärts unter einem vorstehenden Gesteinskörper gefunden werden. Die Person wurde mithilfe des Flachwasserbootes von den Tauchern zum Steg des Naturbades verbracht, wo die Polizei den Leichnam übernahm.

„Besonders hervorzuheben ist die großartige Zusammenarbeit mit allen eingesetzten Kräften. Der Einsatz war von Anfang von einem professionellen Miteinander geprägt: Von der Einsatzleitung der Polizei über die Freiwillige Feuerwehr Kematen bis zur Wasserrettung saßen alle Handgriffe", weiß auch Feuerwehrtauchdienst-Gruppenkommandant-Stellvertreter Markus Blochberger. „Solche Einsätze sind nicht nur für die Einsatzkräfte und die Taucher belastend. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen. Für uns ist es tröstend, dass unser Einsatz Gewissheit bringt, wie schrecklich der Einsatzgrund auch immer ist", so Brandstetter.

 

Fotos TG West




Verfasst am 06.12 - 13:36

 
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