Feuerwehrhistoriker Greßl recherchierte großen Sonntagberg-Brand


Nach zweijähriger Forschungsarbeit konnte Peter Greßl, der Rosenauer Bezirkssachbearbeiter für Feuerwehrgeschichte (Bezirk Amstetten), Näheres zum Brand auf dem Sonntagberg im Jahr 1913 berichten, der auch die Basilika betroffen hat. Bei zahlreichen Besuchen in Archiven und bei Feuerwehren sammelte er viele Dokumente, Fotos und Berichte dazu. Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Katzengruber würdigt Greßl für die sorgfältigen und interessanten Recherchen. 

 

Am 24. Juli 1913 brach um 22 Uhr im Hotel Trinkl am Sonntagberg „ein gewaltiges Feuer aus, welches bis Linz sichtbar war und den Ort in die größte Aufregung versetzte", so Feuerwehrhistoriker Greßl. Trotz rascher Hilfe durch die Feuerwehren Sonntagberg, Waidhofen an der Ybbs, Zell, Hilm-Kematen, Rosenau, Bruckbach-Böhlerwerk, Windhaag, Biberbach, Allhartsberg und die damalige Werksfeuerwehr-Oismühle) und den strömenden Regen fiel das große Gebäude neben der Kirche den Flammen zum Opfer. Der rechte Kirchturm wurde ebenfalls von den Flammen ergriffen, doch konnte das Feuer dort rasch gelöscht werden.

Bei dem Brand am 24. Juli 1913 gelang es den Feuerwehren, ein weiteres Übergreifen des Feuers auf die Basilika und die übrigen Häuser zu verhindern. Vollständig zerstört wurden die Wirtschaftsgebäude und der Dachstuhl des Hotels, die Glasveranda, ein großer Teil des ersten Stockes und die Inneneinrichtung. Nach einer wechselvollen Geschichte werden in dem repräsentativen Haus, das der Heiligen Familie geweiht ist, vorwiegend Seminare und Exerzitien abgehalten, für solche Zwecke findet man hier ein hervorragendes Ambiente. 


Greßl weiß einige Details zu erzählen: So muss­ten Pferdegespanne das Löschwasser hinauftransportieren; auch das tatkräftige Einschreiten eines Landwirtes bewahrte die Basilika, das Wahrzeichen des Mostviertels, vor größerem Schaden. Anhand des historischen Einsatztagebuches recherchierte Peter Greßl vieles nach: etwa die Windrichtung seinerzeit oder wo die Einsatzleitung stand. 

 

Am 27. Juli 1913 gab es in der Kirche am Sonntagberg zwei heilige Messen als Dank für die Bevölkerung und für die Feuerwehrmänner, die das Feuer mutig bekämpft hatten. 


Foto: Peter Greßl, Bezirkssachbearbeiter für Feuerwehrgeschichte, informiert Bürgermeister Thomas Raidl und Pfarrer P. Franz Hörmann über seine Forschungsergebnisse. Bei den Außenfotos hält Greßl das historische Einsatztagebuch vom Brand in Händen.




Verfasst am 04.11 - 21:41

 
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