Neuer Taucher im NÖLFV: Gratulation an Thomas Wagner von der FF Krenstetten


1.850 Stunden dauert die Ausbildung zum Feuerwehrtaucher. Nicht inkludiert sind dabei persönliches Lernen des theoretischen Stoffes und die eigene Fitness in Schuss zu halten. Nun haben fünf Tauchanwärter diese Herausforderung gemeistert, und das mit Bravour. Einer davon war mit Thomas Wagner von der FF Krenstetten ein Kanddiat aus dem Bezirk Amstetten (Bild: 2.v.l.).

Aus mehreren dutzend Bewerbern haben sich im Jahr 2018 12 Tauchanwärter dem Modul „Taucher Basis" gestellt. Nach diesem und den Modulen Taucher 10 und Taucher 20 erreichten 6 Taucher die Berechtigung, den letzten Kursteil, nämlich die einwöchige Praxisprüfung in Kroatien, anzutreten.

„Leider fiel aufgrund von Corona gleich zu Beginn des Kurses ein Kamerad heraus. Somit blieben uns nur 5 Teilnehmer, denen aber dennoch nichts geschenkt wurde", so BR Friedrich Brandstetter, der der Freiwilligen Feuerwehr Preinsbach angehört, Kommandant des Sonderdienstes Tauchdienst. Nichts geschenktUnd wenn Brandstetter sagt, es wird nichts geschenkt, dann meint er es so: Die letzte Prüfungswoche hat es in sich. Tagwache um 6 Uhr früh, anschließend Morgensport, Frühstück und ab ins Wasser. „Insgesamt sind pro Tag etwa sechs Stunden Wasser geplant, an einem Tag sogar acht. Da müssen die Anwärter nämlich etwas mehr als 5 Kilometer im Meer zur Tauchbasis zurückschwimmen", erklärt Brandstetter, der gemeinsam mit dem Ausbilderteam nicht nur für den Drill, sondern vor allem für die Sicherheit der Anwärter verantwortlich ist. „Das ist das Um und Auf! Eigensicherheit steht über allem. Das muss man auch entsprechend vorleben. Unsere Feuerwehrtaucher werden nicht nur zu Rettungsschwimmern für unsere eigenen Leute, sondern auch als Fließwasserretter und Spezialisten in Strömungen ausgebildet."

„Die Prüfung wurde durch FA Dr. Waltraud Pleva, eine ausgebildete Hyperbarmedizinerin, und durch Gernot Radschopf, einen ausgebildeten Notfallsanitäter, der selbst Feuerwehrtaucher des NÖ Landesfeuerwehrverbandes ist, medizinisch überwacht. Das ist wichtig, denn unsere Ausbildung ist fordernd", so der stellvertretende Sonderdienstkommandant BI Christian Pfeiffer. Auch kulinarisch gab es keine Nachlässigkeiten: Der Sonderdienst Versorgung des NÖ Landesfeuerwehrverbandes stellte sein Können dem Tauchdienst zur Verfügung. Unter der Leitung von Sonderdienstkommandant Harald Blei sorgten Gerhard Quehenberger und Helmut Hartmann für das leibliche Wohl. „Uns ist besonders bei schwerer Arbeit unter Wasser bewusst, dass man das richtige Essen muss. Deshalb habe ich auch im Internet recherchiert, was denn das richtige Essen ist", zeigt Harald Blei sein Engagement für diesen Kurs. „Und ich muss sagen: Hut ab! Die Kameraden liefern Höchstleistungen ab. Offensichtlich hat sich die Ausbildung ausgezahlt, denn sie waren trotz aller Anstrengungen immer munter und gut aufgelegt", erzählt Blei im Brandaus-Gespräch. Harte Prüfung, starker WindDass die Prüfung hart ist, zeigt nicht nur der Zeitaufwand: Die Übungen alleine sind fordernd. „Wir wurden auf der Tauchbasis von vielen angesprochen, dass sie solche Anforderungen an Taucher noch nicht gesehen haben. Das zeigt dann schon, dass man am richtigen Weg ist: Denn da wo Sporttauchen aufhört, beginnt das Einsatztauchen", weiß Brandstetter aus eigener Erfahrung. Er selbst taucht seit 1982 für den NÖ Landesfeuerwehrverband und steht dem Sonderdienst Tauchdienst seit mittlerweile fast 20 Jahren als Kommandant vor. „Arbeiten in einem engen Käfig unter besonders erschwerten Bedingungen" ließt man am Stundenplan. Das klingt zunächst spannend, aber wenn man dann die Übung selbst sieht, dann ist das eindeutig nicht jedermanns Sache: Denn die Ausbilder haben die Order, den Auszubildenden mit so vielen unvorhersehbaren Zwischenfällen als möglich zu konfrontieren. „Wirft hier einer die Nerven weg, gerät in Panik oder setzt falsche Maßnahmen, dann ist diese Prüfungsstation beendet und der Auszubildende ist durchgefallen", so Brandstetter. Das Problem dabei ist, dass dieses Ausbildungsmodul erst dann wieder in vier Jahren stattfindet. „Es gibt keine andere Möglichkeit des Wiederholens", erklärt Friedrich Brandstetter. Fünf neue Taucher, zwei neue Tauchlehrer, ein neuer Dreistern-TaucherAber der Aufwand und die Investition der eigenen Zeit, lohnten sich für fünf Auszubildenden: Andreas Kügerl (TG Süd), Thomas Wagner (TG West), Lucas Ullrich (TG Ost) sowie Stefan Penz und Roman Schinnerl (beide TG Nord) bestanden den Kurs mit Bravour und zeigten enormen Leistungswillen,Kameradschaft und Können sowohl unter als auch ober Wasser.

Und Brandstetter konnte auch zwei neue Tauchlehrerernennen. „Die Ausbildung zum Feuerwehrtaucher wird bei uns mit dem sogenannten Zwei-Stern-Brevet abgeschlossen. Den dritten Stern erhält man, wenn man mind. 50 feuerwehrtauchdienstliche Tauchgänge und zehn Jahre als Feuerwehrtaucher gedient. Als Instruktor wird man brevetiert, wenn man zusätzlich die Ausbildung zum Tauchdiensteinsatzleiter-und -ausbilder absolviert hat und mindestens acht Jahre als Ausbilder bei den Modulen Taucher 1 und Taucher 2 tätig war", erklärt der Sonderdienstkommandant im Gespräch mit Brandaus. „So konnten wir am Tauchkurs in Sveta Marina nicht nur fünf neue Zwei-Stern-Feuerwehrtaucher, sondern auch mit Markus Blochbergervon der TG West einen neuen Drei-Stern-Feuerwehrtaucher und mit Karl Spenger von der TG Süd bekommen wir einen neuen Tauchlehrer. Auch der Kommandant-Stellvertreter des Sonderdienstes Tauchdienst Christian Pfeiffer wurde durch seine Ausbildung und Funktion zum Tauchlehrer ernannt."–„Ich danke allen Ausbildern, dass sie ihre wertvolle Zeit für diese Ausbildung zur Verfügung stellen und ich gratuliere den beiden neuen Instruktoren zum erlangten Brevet. Danke, dass es solche Kameraden gibt, die ihr Wissen gerne weitergeben. Besonders den fünf neuen Feuerwehrtauchern zolle ich meinen Respekt.

Die Ausbildung ist kein Spaziergang und diese erfolgreich zu absolvieren, gibt einen guten Grund, stolz zu sein. Danke auch dafür, dass ihr nicht nur ober, sondern jetztauch unter Wasser, euer Leben für die Allgemeinheit einsetzt", zeigt sich BFR Thomas Doczekal beeindruckt von den Leistungen im Gespräch mit dem Tauchdienstkommando. Vertiefungsmodul und neuer Ausbildungszyklus startet 2022 wird ein tauchausbildungsintensives Jahr. Bis zum 31. Jänner 2022 kann man sich beim jeweiligen Gruppenkommandanten der Tauchgruppen persönlich melden, um an der Tauchausbildung teilzunehmen. „Während dieser Ausbildung muss man die Übungen besuchen und wird auf geistige und körperlicheTauglichkeit getestet", so Brandstetter. „Aber wir starten nicht nur den neuen Ausbildungszyklus, wo die Grundausbildung wieder sehr zeitintensiv in den ersten neun Monaten durch die Tauchgruppen selbst durchgeführt wird und im November eine Prüfung im Modul Taucher Basis folgt.

Die Absolventen des Kurses in Sveta Marina müssen sich für die Vollwertigkeit ihrer Ausbildung noch dem Modul „Tauchen in geschlossenen Räumen" unterziehen. Auch werden wir das nur alle acht Jahre stattfindende Modul „Taucheinsatzleiter-und -ausbilder" abhalten. Hier bekommen maximal zwölf angehende Ausbilder und Einsatzleiter die Chance, sich im Tauchdienst noch weiterzuentwickeln, um bei den Einsätzen der perfekte Ansprechpartner für die örtlichen Einsatzleiter zu werden. Der eine oder andere wird dann auch durch den Lehrgangsleiter als Ausbilder einberufen", erklärt Christian Pfeiffer, Sonderdienstkommandant Stellvertreter des Tauchdienstes im Gespräch mit Brandaus. Wer Interesse an der Tauchausbildung hat, der kann sich bei seinem zuständigen Tauchdienstgruppenkommandanten melden. Die Telefonnummern und Zuständigkeiten stehen in der Infobox.

Gruppenkommandanten:Tauchdienstkommando:
Kommandant BR Friedrich Brandstetter 06768631016, friedrich.brandstetter@feuerwehr.gv.at
Kommandant-StellvertreterBI Christian Pfeiffer 067683006264, c.pfeiffer@feuerwehr.gv.at
Leiter des VerwaltungsdienstesABI Richard Berger06641007545, richard.berger@feuerwehr.gv.at

Danke an Richard Berger und Brand Aus für die Zurverfügungstellung von Bildern und Text!



Verfasst am 09.10 - 11:01

 
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