Einige Tipps an Haushalte für Hochwasserschutz


Nach vielen Unwettern und Starkregen fragen sich viele im Bezirk Amstetten: Wie kann ich mein Hab und Gut vor Hochwasser schützen? Die Einsatzstatistik der Feuerwehren zeige laut Abschnittsfeuerwehrkommandant Stefan Schaub, dass Überflutungen durch Starkregenereignisse immer häufiger werden. Schaub sagt: „Oft sind Objekte und Bereiche betroffen, die bisher nicht offensichtlich als gefährdet beurteilt wurden. Kleinere Gewässer können zum Beispiel durch Verklausungen nicht mehr abfließen und suchen sich einen völlig neuen Weg durch eine Siedlung. Oder es kommt zu Wassereintritt in Kellner durch Rückstau aus einem überlasteten Kanalsystem."

Im Gegensatz zu den Überflutungsbereichen von größeren Flüssen, wo anhand der Niederschlagsmenge und Pegelmessungen gute Prognosen getroffen werden können, könne bei lokalen Unwettern nur schwer eine Vorhersage gemacht werden und es bleibt meistens nur wenig Zeit um Maßnahmen zu treffen oder sich in Sicherheit zu bringen, so der Abschnittsfeuerwehrkommandant.

Mancherorts gebe es keine wirksamen Hochwasserschutzbauten, weshalb die Eigenvorsorge in diesen Bereichen besonders wichtig sei. Nur wer über die möglichen Schwachstellen an seinem Grundstück und Gebäude Bescheid wisse, könne entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen.

 

Wenn Sie sich baulich schützen wollen, stellen Sie sich folgende Fragen:

– Kann Wasser von einer abschüssigen Straße oder einem Hang in mein Haus eindringen?

– Wo liegt die Rückstauebene (meistens Straßenniveau) vom Kanalsystem bzw. habe ich ein Rückstauklappe oder eine Hebeanlage eingebaut?

– Wann wurde die Rückstausicherung das letzte Mal gewartet?

– Kann ich Lichtschächte oder Kellerfenster wirksam vor Wassereintritt schützen?

– Sind Rigole und Sickerschächte noch frei und aufnahmefähig zur Versickerung der anfallenden Wassermengen?

– Kann aufgestautes Wasser (Grund oder Regenwasser) von außen durch Öffnungen wie Leerverrohrungen etc. in den Keller eindringen?

– Ist der Heizöltank gegen Aufschwimmen gesichert?

– Habe ich Sandsäcke uä. zuhause?

 

Weitere Hinweise, um sich zu schützen:

  • Informieren Sie sich laufend bei Hochwasser im Radio oder Fernsehprogramm über die aktuelle Lage! – Beachte die Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte!
  • Bereiten Sie sich auf plötzliche Sturmfluten vor! Suchen Sie wenn möglich sofort die oberen Stockwerke auf.
  • Bringen Sie persönlichen Sachen (Dokumente, Sparbücher, Fotos, Familienalben, etc.) vorab in Sicherheit! Diese Dinge sind meist nicht mehr ersetzbar, Elektrogeräte schon… Wenn Sie die Zeit haben, dann bringen Sie Elektrogeräte und Möbel in obere Stockwerke oder in eine erhöhte Position.
  • Versuchen Sie die Abflüsse zu verschließen und Barrieren gegen das Eindringen von Wasser zu errichten! Denken Sie daran, dass Sie im Anlassfall auch Haupthähne für Gas, Wasser, Heizöl sowie den Strom abschalten.
  • Tanken Sie ihr Auto auf! – Bevor das Wasser kommt, nochmals volltanken! Fahren Sie aber nicht mit Ihrem Auto durch überflutetes Gebiet, denn Sie könnten vom Wasser mitgerissen werden! Unterschätzen Sie nie die Kraft von Wasser.
  • Helfen Sie anderen Menschen, ihren Nachbarn und leisten Erste Hilfe!

Das Abschnittsfeuerwehrkommando appelliert weiters: Bei Hochwasser nicht die Einsatzkräfte behindern. Schaulustige, die „Hochwasserschauen fahren", sind für die Feuerwehren oft ein Ärgernis.

Abschnittsfeuerwehrkommandant Stefan Schaub verweist für nähere Auskünfte auf zwei Auskunftswege:




Verfasst am 28.07 - 16:30

 
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